Wir über uns

1914 24. Mai. Im Gasthaus Albert Pfeifer (heute „Noh Bieneen“) gründete sich auf der Thier ein Kriegerverein mit 37 Mitgliedern nach dem Vorbild des Kriegervereins Wipperfürth-Klüppelberg von 1843. Erster Vorsitzender war Otto Küster.

1914 – 18. Erster Weltkrieg. Von der Thier zogen 124 Männer in den Krieg, 31 sind gefallen, 10 gerieten in Gefangenschaft. 52 Thierer Soldaten erhielten hohe Auszeichnungen. Der Kriegerverein hatte 1919 152 Mitglieder. In diesem Jahr übernahm Arthur Radermacher den Vorsitz.
In der Nachfolgezeit stellte sich zunehmend die Frage, ob und wie der Verein aufrecht erhalten werden soll. Im März 1921 wählten die Krieger Leo Höller als Vorsitzenden, der die bevorstehende Umwandlung einleitete.

1921 26. Mai. Der Kriegervereinsvorstand lud zur Versammlung in die Gaststätte Köster ein. An diesem Tag wurde beschlossen, den Kriegerverein Thier in den Schützen-Verein Thier umzuwandeln, die Krieger blieben Mitglied, zudem traten 91 weitere Schützen dem neuen Schützenverein bei. Otto Raffelsiefen wählten die Schützen zum ersten Vorsitzenden, Leo Höller zu seinem Stellvertreter. In der neuen Vereinssatzung verankerten die Schützen, dass sie kirchliche Anlässe unterstützen. Diese Versammlung gilt als Gründungsversammlung des Vereins.
Im August 1921 fand das erste Schützenfest, genannt „Stiftungsfest“, statt, als erster Schützenkönig ging Gustav Fahlenbock hervor.

1921 06. November. Otto Raffelsiefen verzog nach Gelsenkirchen, daher wählten die Schützen Otto Küster zum Vorsitzenden. Der junge Schützen-Verein bestellte seine erste Vereinsfahne mit der Aufschrift „ St. Sebastianus Schützengesellschaft 1921“ und dem Bildnis des hl. Sebastian.

1922. Ab 1922 gab es die Winterfeste, die Vorläufer unserer heutigen Karnevalssitzungen. 1923 wurde kein Schützenfest gefeiert. Grund war die Besatzung des Rheinlandes durch die Franzosen.

1924 25. Mai. Otto Küster trat aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl an, somit wählten die Schützen Wilhelm Berster als Vorsitzenden. Am 06. August 1924 wurde nach der Besatzungszeit durch die Franzosen wieder Schützenfest gefeiert und in der Festmesse die 1922 abgeholte neue
Vereinsfahne geweiht.

1925. Ab diesem Jahr benannten die Schützen das Stiftungsfest in Schützenfest um. Im gleichen Jahr gründete der Prälat Dr. Peter Louis, Leverkusen-Bürrig, die „Erzbruderschaft vom hl. Sebastian“, welcher die Thierer Schützen in der Nachfolgezeit bis 1931 beitraten.

1928. Wilhelm Berster verzog nach Wipperfürth, er stellte sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung. Die Thierer Schützen wählten Josef Hembach aus ihrer Mitte zum Vorsitzenden. Ab den 1920er Jahren pflegten die Schützen an verschiedenen Orten auch den Schießsport: in Drecke/Kohlgrube, auf der Ahe, am Ballsiefen und hinter der Gaststätte Köster, zuletzt Haus Berger, Richtung heutiger Sportplatz.

1931 22. März. In den Orten Biesfeld, Linde, Offermannsheide, Olpe, Thier und Wipperfeld wurde die Untergruppe „Oberbergischer Schützenbund“ in der „Erzbruderschaft vom hl. Sebastian“ gegründet, damit hielt auch die Losung „Für Glaube, Sitte und Heimat“ im Thierer Schützenverein
Einzug. Schon in dieser Zeit ist in den Protokollen der Dienstag Abend nach dem Schützenfest als Tag der Standartenübergabe und des Festausklanges erwähnt, dies war bis 2017 so geregelt.

1933 bis 1940. Im Januar 1933 kamen die Nationalsozialisten an die Macht. Der Staat und die Gesellschaft wurden komplett umgebaut. 1935 schufen die Nationalsozialisten den „Deutschen Schützenbund“, Hintergrund war die Wehrertüchtigung, wobei eine rein kirchliche Ausrichtung eines Vereines geduldet wurde. Auch die Thierer Schützen wurden gedrängt, Anfang 1936 aus der Erzbruderschaft auszutreten, die Erzbruderschaft lösten die Nazis am 05. März 1936 auf. Auf einer Mitgliederversammlung am 19. Juli 1936 beschlossen die Schützen, dem „Deutschen Schützenbund“ beizutreten. Der Vorsitzende Josef Hembach wurde fortan als „Vereinsführer“ bezeichnet.

1935. Bei der Krönung des Schützenfestes 1935 trat ein auswärtiges SA-Mitglied zwischen die Schützen und bepöbelte und schlug einen Schützen, weil dieser den gebotenen Gruß nicht erwiderte. Das Schützenmitglied wurde verhaftet. Bei der Gerichtsverhandlung konnte der Schütze
seine Unschuld beweisen und wurde freigesprochen. Später wurde der urteilende Amtsrichter wegen Linienuntreue strafversetzt.

1937. Da die NSdAP zum Schützenfestdatum in Wipperfürth eine Kundgebung abhielt, mussten die Thierer das Schützenfest kurzfristig verschieben, da die Partei Abwanderungen zum Thierer Schützenfest befürchtete. Finanziell war die Sache für die Thierer ein großer Schaden aufgrund bestehender Verträge mit Schaustellern und dem Zeltverleiher.
Positiv zu bemerken ist, dass am 10. Mai 1937 auf einer Vereinsversammlung beschlossen worden ist, eine Jungschützenabteilung zu gründen. So gab es 1938 und 1939 neben den Königen auch die
ersten Jungschützenprinzen.

1939 – 1945. Am 01. September 1939 starteten die Nazis mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg. Auch von der Thier wurden 63 Schützen eingezogen, mindestens elf davon sind gefallen, es gab Vermisste und Männer in Kriegsgefangenschaft. Der Schützenverein beteiligte sich noch an kirchlichen Anlässen, so lange es kriegsbedingt möglich war. Im April 1945 endete für unsere Region der Krieg, als amerikanische Truppen die Wehrmacht Richtung Köln drängte und einkesselte. Die Amerikaner und Briten zogen alle Waffen und Degen des Vereins ein. Es lag an Dr. Peter Louis, dem Begründer der „Erzbruderschaft“, die Besatzungsmächte davon zu überzeugen, dass die Schützen keine Kriegstreiber waren. Sein Argument war auch, dass die Nazis die „Erzbruderschaft“ wegen Widerstandes aufgelöst hatten. Die Alliierten ließen die Schützen somit
gewähren, auch auf der Thier gab es keine nennenswerte Verfolgung.
1948. Nach den Wirren des Krieges und der Besatzung fanden sich die Thierer Schützen wieder zusammen, nach Verhandlungen mit der britischen Besatzungsmacht konnte im August 1948 wieder das Schützenfest gefeiert werden. Allerdings mit der Auflage des Verbotes einer Nutzung von Gewehr und Pistole im Rahmen des Königsvogelschießens. So wurde das Schießen 1948 und 1949 mit einer improvisierten Armbrust abgehalten, erster Nachkriegskönig war Martin Sprenger, der 1938 auch der erste Prinz des Vereins war. 1949 ging nach der Krönung das Pferd der
Königskutsche durch, das Zaumzeug riss. Die Schützen organisierten ein Auto, um den neuen König Hermann Hörter im Festzug und zum Festplatz zu fahren, doch auch das Auto streikte. So schoben die fleißigen Schützen das neue Königspaar im Auto zum Festplatz um die Gaststätte Köster.

1949 18. Dezember. An diesem Tag begann unsere Existenz als „Schützenbruderschaft“. Die Schützen besannen sich durch den antikirchlichen Druck jener Zeit auf den tieferen Sinn einer
Bruderschaft. Auf der Versammlung beschlossen die Schützen, fortan als „St. Sebastianus Schützenbruderschaft Thier 1921“ aufzutreten, mit der Eintragung im Vereinsregister beim Amtsgericht Wipperfürth 1961 kam das „e.V.“ hinzu. Der Vorstand wurde verjüngt und die altgedienten Vorstände Vorsitzender Josef Hembach, Hauptmann Leo Höller und Schriftführer
Johann Sprenger ernannten die Schützen zu Ehrenvorständen. Durch die Umwandlung zur Schützenbruderschaft wählten die Schützen Josef Blechmann zum neuen „ersten Brudermeister“. Er gehörte auch schon seit 1930 dem Vorstand an.

1950. In diesem Jahr gründeten die Schützen aus der Wipperfürther Umgebung in Wipperfürth den „Bezirksverband Wipperfürth im Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften“, Gründungsmitglied war auch die Thierer Schützenbruderschaft.

1952. Die Thierer Dorfgemeinschaft setzte in diesem Jahr an der Kirche das Ehrenmal im Andenken an die gefallenen Soldaten der Weltkriege und der Opfer von Terror, Verfolgung und Gewalt auf. Seither pflegte die Schützenbruderschaft diese Stätte, an der jährlich die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag stattfindet. Der 1952 gekrönte König Johann Stefer errang 1953 auch den Titel als Bezirkskönig.

1954. Auf der Jahreshauptversammlung 1954 beschlossen die Schützen, die Jungschützenabteilung wieder einzuführen, der maßgebliche Antreiber und 1954 aktuelle König Werner Gerke wurde zum ersten Jungschützenmeister gewählt, später auch Hauptmann genannt. Horst Hastrich errang die erste Nachkriegsprinzenwürde der Jungschützen.

1955. Bei der Jahreshauptversammlung fiel die Entscheidung, dass das Schützenfest jährlich an den Tagen um den dritten Sonntag im August gefeiert werden soll, das gilt bis heute. Es wurde zudem darüber abgestimmt, im Rahmen der Dorfgemeinschaft das „Dorfgemeinschaftshaus“ zu errichten. Die Initiative, die Leitung und der größte Teil der Leistungen ging von den Schützenbrüdern aus. Der Ehrenhauptmann Leo Höller verbrachte unentgeltlich die gesamte Bauzeit jeden Tag auf der Baustelle und leitete den Arbeitseinsatz der freiwilligen Helfer. Schon im August des gleichen Jahres konnte bereits das Schützenfest im neuen Dorfgemeinschaftshaus gefeiert werden.

1956. Im Frühjahr 1956 sammelte die Königin Emma Heider 911,70 Deutsche Mark für den Neubau der St. Sebastianus Kirche in Michelstadt. Das ergab die damals bundesweit höchste Spende für das Projekt.
Dieses ist ein deutlicher Ausdruck der religiösen Verbundenheit der Thierer Bruderschaft. In diesen Jahren gab es einen wahren Boom, was auch die Beteiligung an kirchlichen Anlässen betraf wie z.B. Prozessionen. In diesem Jahr errang Karl Jansen zum zweiten Mal den Titel König, er wurde
somit wie zuvor auch Josef Hembach 1951 als Kaiser betitelt und, weil die zweite Königswürde jeweils nach 25 Jahren war, auch Silberkönig. Wilhelm Dahl konnte 1930 seinen Königstitel verteidigen und die Schützen riefen ihn sofort als Kaiser aus.

1960. Der Thierer Kirchenvorstand beschloss, an der Kirche einen großen Parkplatz zu bauen, was aber mangels nötigem Geld scheiterte. So nahm die Schützenbruderschaft das Heft in die Hand und baute mit vielen Helfern den erwünschten Parkplatz, der bis heute auch Ort unseres Schützenfestes ist. Es wurden 10.000 Kubikmeter Erde angeschüttet, die entstehende Fläche begradigten und teerten die Helfer. Seit diesem Jahr verhandelten die Thierer Schützen um die Genehmigung des
Baues eines neuen unterirdischen Schießstandes.

1966. Nach langem Verhandeln erteilten die Gemeinde Klüppelberg und der Rheinisch-Bergische Kreis die Erlaubnis, einen neuen Schießstand zu bauen. Die Arbeiten gingen so zügig von der Hand, dass schon am 12. August 1967 der Schießstand eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Es ist zu betonen, dass es viele freiwillige Helfer aus der Schützenbruderschaft waren, die immer wieder angepackt und geschafft haben!

1969. In diesem Jahr zeigte sich, dass sich die Bruderschaft auch gesellschaftlichen Veränderungen anpasst. Denn bei der Jahreshauptversammlung wurde beschlossen, dass auch Christen anderer
Konfessionen Mitglied werden konnten mit gleichen Rechten und Pflichten.

1971. Die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Thier 1921 e.V. feierte in diesem Jahr das fünfzigjährige Bestehen. Anlässlich des Jubiläums beschlossen die Schützen, das separate Kaiservogelschießen einzuführen, Teilnehmer waren alle bisherigen zu diesem Zeitpunkt lebenden
ehemaligen Könige. Den Titel errang der erste Brudermeister Josef Blechmann. Am 20. November 1971 legten die Schützen den Grundstein für den Bau einer neuen modernen Doppelkegelbahn, um den Standards einer „Bundeskegelbahn“ zu entsprechen und den Saal für andere Aktivitäten
freizumachen. Neben den handwerklichen Eigenleistungen bürgten 20 Vereinsmitglieder persönlich für ein aufzunehmendes Darlehen über 60.000 Deutsche Mark.

1972. 13. August. An diesem Tag fand die Einweihung der neuen Kegelbahn am Dorfgemeinschaftshaus statt, seither dient sie der Dorfgemeinschaft als Sport- und Begegnungsstätte.

1973. 15. Juli. Ein schwarzer Tag in der Vereinsgeschichte, von einer am selben Tag stattgefundenen Mitgliederversammlung beorderten die Schützen fünf Jungschützen zum Schützenfest nach Hämmern. Auf der Rückfahrt ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall, bei
dem insgesamt 6 Menschen ihr Leben ließen, unter ihnen waren zwei unserer Jungschützen. Danach beschloss der Vorstand, zukünftig die benachbarten Schützenfeste gemeinsam mit einem Bus
anzufahren.

1976. 25. Januar. Die Jahreshauptversammlung wählte Aloys Dahl zum neuen ersten Brudermeister. Josef Blechmann gab nach über 26 Jahren das Amt ab und aufgrund seiner großen Verdienste wurde er zum Ehrenbrudermeister ernannt, zudem wurde Josef Blechmann in dieser Zeit
mit dem „Schulterband zum St. Sebastianus-Ehrenkreuz“ für seine großen Verdienste geehrt. In diesem Jahr errang Reiner Brochhaus die Bezirkskönigswürde.

1977. 26. Juni. In der Mitgliederversammlung am 26. Juni 1977 wurde die Gründung der Schülerschützen unter der Führung der Jungschützen Willi Blechmann und Franz-Josef Wurth beschlossen. Im selben Jahr
erlangte Willi Blechmann auch die Würde als Prinz der Bruderschaft.

1978. Nach Beschluss der Generalversammlung im Januar 1978 war es nun möglich, Frauen und Mädchen als Mitglieder, mit allen Rechten und Pflichten, in die Bruderschaft aufzunehmen. Im gleichen Jahr gab es den Beschluss, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. Die Fahne von 1922/24
sollte dann in Ruhestand gehen.

1979. Am 14. Juni wurde der Parkplatz an der Kirche wieder eröffnet, nachdem die Dorfgemeinschaft unter Federführung der Schützenbruderschaft diesen erweitert und umgebaut hatte.
Im Rahmen der Festmesse zum Schützenfestsonntag fand die Weihe der neuen Schützenfahne statt.

1981. Die Schützenbruderschaft führte in diesem Jahr das Helferfest ein, um all den vielen Helfern beim Schützenfest „Danke“ zu sagen für die geleistete Arbeit.

1982. 25. September. Die Schützenbruderschaft nahm an der großen 25. Steuben-Parade in New
York teil.

1984. Da es notwendig wurde, die Toiletten im Dorfgemeinschaftshaus zu erweitern, bauten die Schützen eine neue Toilettenanlage nebst Lagerräumen an die Kegelbahn. Am 11. November 1984
fand die Einweihung und Übergabe statt. Am Ende des Jahres wurde unser Präses, Herr Pfarrer Willi Laschet, nach über dreißigjähriger Tätigkeit auf der Thier verabschiedet.

1985. Das Schülerprinzenvogelschießen verlegten die Schützen auf den Sonntag vormittag, das Jungschützenprinzenvogelschießen auf den Sonntag nachmittag nach dem Festzug.

1986. Die Schützen schafften eine „Königs-Ausgehkette“ an, um die „große“ Königskette zu schonen und dem jeweiligen König Entlastung zu schaffen. Am 24. Januar 1986 gab es ein Schießen „König der Könige“, praktisch der Vorläufer unseres heutigen Kaiservogelschießens. Als König der Könige ging Horst Kräutner hervor.

1989. Das „Winterfest“, aus dem die heutigen Karnevalssitzungen hervorgingen, verschoben die Schützen von Karnevalssonntag auf den Karnevalssamstag Abend. In den Jahren 1989 bis 1991 plante die Schützenbruderschaft die Übernahme der Discoanlage der „Flying Sound Machine“, dies beschloss die Jahreshauptversammlung. 1991 errang unser König Hermann-Josef Blechmann auch die Bezirkskönigswürde.

1992. Aus den Reihen der Jungschützen wurde der Antrag gestellt, eine neue Standarte für die Jungschützen anzuschaffen. 1993 entwarfen und bestellten die Schützen die Standarte. Zugleich kleidete die Schützenbruderschaft die Schülerschützen unter Beteiligung der Eltern mit einer grünen Schülerschützenweste ein.

1994. Die neue Jungschützenstandarte wurde zum Patronatsfest geweiht und an den Fahnenträger Frank Eck übergeben. Josef Wüllner erhielt für seine Verdienste beim Schützenfest den goldenen Fahnenorden. Erstmalig gab es am Schützenfestmontag morgens die Schützenmesse im Festzelt. Da
im nächsten Jahr 1995 die 200-Jahr-Feier der selbständigen Pfarrgemeinde Thier anstand, entsanden die Schützen den Schützenbruder Urban Selbach in das Planungskommitee.

1995. Die Pfarrgemeinde Thier feiert ihr 200-jähriges Bestehen und den einhundertsten Jahrestag der Grundsteinlegung der heutigen Pfarrkirche St. Anna. Zum 25. Priesterjubiläum von Pater Konrad Breidenbach ehrte ihn die Bruderschaft mit der Überreichung einer holzgeschnitzten Figur
des hl. Sebastian. Der Schützenkönig Norbert Grunwald errang auch die Bezirkskönigswürde. Der Vorstand beschloss, das Eintrittsalter in die „Altschützen“ auf das 25. Lebensjahr zu setzen, deckungsgleich mit dem Bezirks- und Diözesanverband. Zum zweiten Male fand die
Montagmorgenmesse im Festzelt statt, seither gab es das nicht mehr.
1996. In diesem Jahr fand das 75-jährige Jubiläum der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Thier 1921 e.V. statt, zu diesem Anlass sollte das Festzelt größer als üblich ausfallen und war mit einer Größe von 20 x 35 Metern 10 Meter länger als sonst. Zum Jubiläum gab es zum 2. Male ein
Kaiservogelschießen, der erste Brudermeister Aloys Dahl, errang mit dem 289. Schuss die Kaiserwürde und löste den damaligen 1. Brudermeister Josef Blechmann nach 25 Jahren als Kaiser ab. Am Schützenfestsonntag feierte die Schützenbruderschaft eine feierliche Mozartmesse mit
verschiedenen Solisten, im Anschluss daran fand der Festkommers mit vielen Gratulanten aus Stadt und Land statt. Auf der Jahreshauptversammlung beschlossen die Schützen den Bau eines neuen
Schießstandes und haben mit der Vorplanung begonnen. In der Vorstandssitzung vom 06.09.1996 beschlossen die Schützen, das Kaiserschießen zukünftig alle 5 Jahre durchzuführen. Am 14.12.1996
gründete sich für den Bau des Schießstandes ein Ausschuss, dieser war mit der Planung und Durchführung beauftragt.

1998. Bei der Jahreshauptversammlung wurde Josef Kamp für seine 75-jährige Mitgliedschaft geehrt. Im Dezember 1998 ging die Baugenehmigung für den Schießstandneubau ein.

1999. Am 26.03.1999 begannen die Ausschachtarbeiten für den neuen Schießstand. Der Dachstuhl wurde am 20.05. gerichtet und am 21.05.1999 fand das offizielle Richtfest statt, bei diesem Anlass wurden die drei unermüdlichsten Arbeiter geehrt, die für den raschen Baufortschritt verantwortlich waren. Die „Unermüdlichen 3“ waren Werner Syring, Anton Sommerfeld und Kurt Kersten. Wegen seiner besonderen Verdienste um die Bruderschaft erhielt der 1. Brudermeister Aloys Dahl beim Schützenfest aus der Hand von Jürgen Zimmermann vom Diözesanverband, das „Schulterband zum St. Sebastianus – Ehrenkreuz“ verliehen. Erstmals ging der Festzug beim Schützenfest durch die neu gebaute Willi-Laschet-Straße.

2000. Nach 33 Jahren Vorstandsarbeit und 24 Jahren als 1. Brudermeister stellte sich Aloys Dahl nicht zur Wiederwahl, abgelöst wurde er vom bis dahin 2. Brudermeister Franz-Günter Fehling. Udo Dahl wählten die Schützen zum 2. Brudermeister. Die Schützenversammlung berief Aloys
Dahl zum Ehrenbrudermeister. Der Bezirksverband Wipperfürth feierte am 06. Mai 2000 sein 50-jähriges Jubiläum, bei diesem Anlass wurde unser Schützenkönig Gerd Büchler zum Bezirkskönig gekrönt. Am 20.Mai 2000 gab es die feierliche Einweihung des neuen Schießstandes, der von
Kaplan Long eingesegnet wurde. Am 27. Mai 2000 öffneten die Schützen den Schießstand zum „Tag der offenen Tür“ mit Schießproben für Jedermann, es konnte mit Pfeil und Bogen, mit Luftgewehr und Kleinkaliber oder mit dem Ball auf eine Torwand geschossen werden.

2001. Am 04. Mai 2001 stellte der Schülerschützenhauptmann Heribert Berster die neue Schülerschützenstandarte vor, diese finanzierte sich durch Spenden einiger Vorstandsmitglieder. Nach dem Beschluss von 1996 wurde dieses Jahr das erste Kaiservogelschießen, das es jetzt alle fünf Jahre geben soll, abgehalten. Nach hartem Ringen der ehemaligen Könige errang Heinz
Büchler die Kaiserwürde mit dem 210. Schuß.

2002. Im gleichen Jahr, als die Schülerschützenabteilung ihr 25-jähriges Bestehen feierte, fand erstmalig das Bezirksschießen am 20. und 21. April 2002 auf unserem Schießstand statt.

2003. Der König Harald Schleiser errang auch den Bezirkskönigstitel. Seine Nachfolge als König gestaltete sich schwierig, da das Stahlseil des Hochstandes riss, der Kasten mit Vogel abstürzte. Nach erfolgreicher Reparatur musste das Königsvogelschießen in den Schießstand verlegt werden, da es stark regnete. Den Königstitel errang mit Urban Selbach erstmals ein Schütze ohne Königin. Dieser konnte dann am 09. Mai 2004 beim zweiten und letzten Bezirksschießen auf der Thier antreten.

2005, 23. April. Erstmals in der Geschichte des Bezirksverbandes Wipperfürth errangen alle Majestäten einer Schützenbruderschaft die Bezirkstitel. Es waren Königspaar Roland und Sabine Kürten, Prinzenpaar Sebastian Rolfs und Sonja Briem sowie der Schülerschützenprinz Matthias
Schleiser von der Thierer Schützenbruderschaft. Im Folgejahr 2006 errang der noch amtierende König Franz-Josef Wurth im Kaiservogelschießen die Kaiserwürde.

2010. Der Thierer Schützenkönig Michael Dahl holte sich mit geübter Hand beim Bezirksschießen den Bezirkskönigstitel. Im Jahr 2011 konnten die Schützen den neuen Kaiser nach dem Kaiservogelschießen Roland Kürten küren.

2015, 04. Juni. Auf unserem Schießstand weihten die Schützen die neue elektronische Auswertungsanlage zur besseren Auswertungen der Schießergebnisse ein.

2016. Der König Dirk Wagner errang die Bezirkskönigswürde. Dietmar Bosbach gewann das Kaiservogelschießen und wurde zum Kaiser ausgerufen.In diesem Jahr bis ins Jahr 2017 überlegten die Schützen, die Schülerschützenwesten wieder abzuschaffen, in 2017 erfolgte der Beschluss der Abschaffung. Seither treten alle Schützen unter 25 Jahren in der gleichen Ausstattung auf. Grund hierfür war der demografische Wandel. Im Jahr 2017 gab es vereinsintern zwei Jubiläen: Die Jungschützenabteilung feierte das 80-jährige Bestehen und die Schülerschützenabteilung das 40-jährige.

2018. Der Schützenkönig Frank Wagner erreichte auch die Bezirkskönigswürde. An dieser Stelle sei auch festgehalten, dass alle Bezirkskönige auch zum Bundesschützenfest eingeladen waren und die
Thierer Schützen ihre Könige meist in großer Abordnung unterstützten und begleiteten. Die Schülerschützen errangen Titel in neuen Disziplinen. So errang Emma Blechmann den Landesmeistertitel im Lichtpunktschießen, Hannah Fisseler wurde Vizemeisterin. Im Jahr darauf tauschten die beiden Schülerschützinnen die Positionen in diesem Wettbewerb. Zudem erreichte
Paul Blechmann den Vizemeistertitel in seiner Altersklasse.

2020-21. Nach zwanzig Jahren als erster Brudermeister gab Franz-Günter Fehling sein Amt ab. Auf der Jahreshauptversammlung am 19. Januar 2020 beriefen ihn die Schützen als Ehrenbrudermeister.
Die Schützen wählten Heribert Berster als neuen ersten Brudermeister, als seinen Stellvertreter wählten sie Thorsten Külheim.
Ein Virus veränderte die Welt! Das Sars-Cov2-Virus löste eine regelrechte Pandemie aus, so dass alle Aktivitäten der Schützenbruderschaft ausfallen mussten, egal ob bei Schießwettbewerben oder der Ausführung des Schützenfestes. Die 2019 ermittelten Majestäten amtieren somit weiter, bis
wieder neue Majestäten ermittelt werden dürfen. Der Pandemie fielen auch die geplanten Feierlichkeiten zum einhundertjährigen Bestehen unserer Schützenbruderschaft zum Opfer, wir hoffen aber, diese Feiern bald nachholen zu können.